Montag, 5. September 2016

REZENSION - GEGEN DAS GLÜCK HAT DAS SCHICKSAL KEINE CHANCE

Titel: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance 
Autor: Estelle Laure
Format: Taschenbuch, 255 Seiten
Erscheinungsdatum: März 2016
Verlag: Fischerverlage



»In der perfekten Kino-Version meines Lebens wäre das der Moment, in dem er mich umdreht und küsst. Aber Digby hat eine Freundin. Ein Mädchen, das er liebt. Ein Mädchen, das nicht ich bin.«

Eigentlich hat Lucille Wichtigeres zu tun, als sich ausgerechnet in den vergebenen Zwillingsbruder ihrer besten Freundin zu verlieben. In ihrer Familie ist sie die Einzige, die die Dinge in die Hand nimmt: Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, sich um ihre kleine Schwester kümmern. Da bleibt keine Zeit für große Gefühle. Aber wer kann sich schon wehren, wenn die wahre Liebe vor der Tür steht? Denn gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance.

Ein entwaffnend ehrlicher und hoffnungsvoller Roman über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und die wunderbare Erfahrung, niemals so allein zu sein, wie man sich fühlt.
Quelle!



Lucille (17) und ihre kleine Schwester Wren (9) leben allein.
Nicht weil ihre Eltern gestorben sind, Nein beide sind verschwunden und keiner weiß wo sie sich genau aufhalten. Ihr Vater war nach einem Ausratser in einer Anstalt und ihre Mutter brauchte Zeit um sich selbst zu finden. Einfach eine Auszeit.
Schon seit 14 Tagen, hat sie von keinem etwas gehört.

Das die Nachbarn nichts vom verschwinden ihrer Mutter mitbekommen, versucht sie das Leben so gut es geht auf die Reihe zu bekommen, um ja nicht im Heim zu landen, denn das würden sie und ihre Schwester wohl nicht verkraften.
Als ob das Leben als "Ersatzmutti" nicht schon schwer genug wäre, verliebt sie sich auch immer mehr in den Zwillingsbruder ihrer besten Freundin Eden.



Als ich das Buch von einer guten Freundin geschenkt bekommen habe, dachte ich das es sich um ein typisches "Junges Mädchen verliebt sich das erste Mal"-Klischee Buch handelt.
Schon nach den ersten Seiten wurde ich jedoch eines besseren belehrt.
Ich habe es in einer Lesenacht mal kurz in einem Rutsch durchgelesen, was bei mir sehr selten vorkommt. ;)

Das Buch ist wirklich kein klassischer Liebesroman, wie man von Klappentext erstmal ausgehen würde.

Unsere Hauptprotagonistin Lucille lebt jetzt allein mit ihrer kleinen Schwester Wren.
Ihre Mutter brauchte eine Auszeit (und ist seither nicht wieder gekommen) und ihr Vater ist verschwunden.
Sie versucht den Alltag zu meistern. Und ihr Alltag ist  stressig. Aufstehen, sich und ihre Schwester für die Schule richten, in die Schule gehen, ihre Schwester abholen, Arbeiten, Rechnungen bezahlen,...

Lucille ist ein wirklich starker Charakter. Wer hat schon die Kraft mit 17 Jahren sich und dann auch noch die eigene Schwester irgendwie über Wasser zu halten. Wären ihre beste Freundin Eden und deren Zwillingsbruder Digby nicht, könnte sie vermutlich nicht einmal Arbeiten gehen.

Lucille schwärmt mehr als einmal ziemlich kitschig von ihrem Digby. Der jedoch hat eine Freundin und das schon seit ewiger Zeit.
Wäre Lucille nicht in so einer schweren, fast ausweglosen Situation, hätte ich das Buch wohl recht schnell auf die Seite gelegt.
Da sie aber eine sehr harte Zeit durchmacht habe ich über die kitschigen Szenen einfach hinweggesehen.
Träumen ist gut und besonders Lucille hilft es.

Im Laufe der Zeit bemerkt Eden, dass sie nur eine Zeit lang eine Hilfe für ihre Freundin Lucille sein kann. Sie distaniziert sich nach und nach immer mehr von ihrer besten Freundin. Dadurch das ihr stärkster halt plötzlich nicht mehr da ist, zerbricht Lucilles Welt nach und nach immer wieder ein Stück. Doch auch wenn ihre Welt immer wieder ein Stück mehr zerbricht, versucht sie alles um ihr Versprechen gegenüber ihrer Schwester Wren zu halten. Sie schaffen das, sie müssen es schaffen!


Das Buch hat sich wirklich sehr gut lesen lassen, leider kam nie eine richtige Spannung auf. Ist vermutlich so in einem Drama?
Es hat mich aber trotzdem mitgerissen.
Leider gibt es einen Minuspunkt in punkto Charaktere. Bis auf Lucille sind die Charaktere eher Oberflächlich gehalten.
Lucille ist ein starker Charakter und durch die Ich-Perspektive erhält man einen wunderbaren Einblick in ihre Gedankenwelt.
Die anderen Charaktere sind sympatisch, auch wenn sie, wie schon erwähnt, eher Oberflächlich gehalten werden.


"Was soll der Sinn des Lebens sein, wenn ihr nicht bereit seid, für die Wahrheit in eurem Herzen zu kämpfen und zu riskieren, dass ihr verletzt werdet?" (S.245)

"Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance" ist ein wundervolles und gleichzeitig dramatisches Buch, welches doch immer wieder ein kleines Stückchen Hoffnung und Glück parat hält.


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